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Sind die Kulturen alle gleichwertig? Der französische Innenminister Claude Guéant hat da eine klare Meinung. Vor einer Versammlung konservativer Studenten sagte er, entgegen der revanchistischen Ideologie der Linken seien für die Konservativen nicht alle Kulturen gleich viel wert. Diejenigen, die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verteidigten, seien denen überlegen, die Tyrannei, Minderwertigkeit von Frauen und sozialen und ethnischen Hass akzeptierten. Die Äußerungen stießen auf heftige Kritik bei der Opposition. Guéant sei zu einem Sprachrohr des rechtsextremen Front National geworden, hieß des von der Nummer Zwei der Sozialisten, Harlem Désir.
Seine Sammler will der Maler Gerhard Richter nicht sehen und kennenlernen. Das sagte der Künstler der Zeitung "Welt am Sonntag". Ein guter Sammler sei für ihn jemand, den er noch nie getroffen habe. Auch wäre es ihm ein absolutes Grausen, zu den Käufern seiner Bilder zu gehen, um seine Kunst in deren Wohnung hängen zu sehen. Dennoch betonte Richter, er sei mit der Zeit nachsichtiger geworden mit Menschen, die bis zu 20 Millionen für ein Bild ausgeben. Wenn man bedenke, dass viele Superreiche sich sonst Uhren, Schmuck oder Yachten kauften, erscheine ein Bild plötzlich wie eine wirklich sinnvolle Investition.
Man muss die Begeisterung für die Revolution hinter sich lassen, die Enttäuschung hinnehmen und sich der Realität stellen. Mit diesen Worten hat der ägyptische Filmemacher Yousry Nasrallah seinen Blick auf die politischen Ereignisse in seiner Heimat beschrieben. Der französischen Zeitung "Le Monde" sagte er, er sei noch nie in seinem Leben so wach gewesen, wie während der Dreharbeiten zu seinem letzten Film. Dieser befasst sich mit den Ereignissen auf dem Tahrir-Platz in Kairo im vergangenen Jahr. Nasrallah erklärte, er habe den Film mit großer Euphorie begonnen und mit einer ganz anderen Geisteshaltung beendet. Aber er habe das Gefühl, dass das ägyptische Volk sich nicht mehr ohne Gegenwehr unterdrücken lasse.
Ein goldener Bär und ein golden Globe, dazu noch eine aussichtsreiche Kandidatur für einen Oscar - für regimetreue Künstler in Teheran ist das zuviel des Guten. Wie der britische "Observer" berichtet, stößt der Film "Nader und Simin - eine Trennung" des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi auf Kritik. So erklärte der Schriftsteller Masoud Ferasati im Staatsfernsehen, "Nader und Simin" zeige ein schmutziges Bild der iranischen Gesellschaft. Die zahlreichen internationalen Auszeichnungen seien politisch motiviert und sollten vom Iran nicht begrüßt werden.
Im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch Minderjähriger hat die katholische Kirche auch in Asien Nachholbedarf. Das hat der Chefermittler es Vatikan, Charles Scicluna, in Rom erklärt. Mittlerweile gebe es aber auch in Asien einen Bewusstseinswandel. Der Geistliche betonte, in einigen Kulturen sei es für die Opfer besonders schwer, auf sich aufmerksam zu machen. Man suche nach Wegen, diese Kulturen des Schweigens aufzubrechen. Morgen beginnt an der Gregorianischen Universität in Rom eine Konferenz zu dem Thema.
Jammern will der Intendant des Erfurter Theaters, Guy Montavon, nicht. Aber Verständnis für die Kürzungen am Etat seines Hauses hat er auch nicht. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa sagte er, die Stadt habe ihm deutlich gemacht, dass sie finanzielle Probleme habe. Er versuche nun, mit der Situation kreativ umzugehen. So überlege er beispielsweise, bei den Domstufenfestspielen nur jedes zweite Jahr eine Premiere zu zeigen. Das sei zwar riskant, weil das Publikum wegbleiben könnte, aber die Finanzlage des Hauses erfordere auch unpopuläre Entscheidungen.
Gestern wurde in Moskau demonstriert - heute schweigt das Fernsehen. Der staatliche Sender "Erster Kanal", sowie das linientreue "NTV" und der Auslandssender "Russia 24" verloren in ihren Nachrichtensendungen kein Wort über die Proteste in der russischen Hauptstadt. Dabei waren am Vorabend zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen - die einen, um gegen den derzeitigen Premierminister Vladimir Putin zu demonstrieren, die anderen um ihn zu unterstützen. Experten sehen in der Nachrichtenunterschlagung einen Versuch des Kremls, die Welle der Unzufriedenheit in Russland einzudämmen und Putin die Wiederwahl zu sichern.
Warum sie zum Medienliebling geworden ist, weiß Cmila Vallejo selbst nicht genau. Die 23-Jährige gehört zu den Führungsfiguren der Studentenproteste in Chile. Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte sie, sie sei für viele zu einer Projektionsfläche geworden. Letztendlich sei sie aber nur ein Gesicht, das eine Bewegung personifiziere. Jede Bewegung brauche anerkannte Repräsentanten. Es bestehe aber die Gefahr, dass man dem Glauben verfalle, die Bewegung sei von diesen Personen abhängig. Sie glaube, dass die Medien ihres Landes sich ganz gezielt auf sie gestürzt hätten, um die Proteste angreifbarer zu machen.
Für Arthrosepatienten könnte es eine gute Nachricht sein. Forscher des Henry Ford Hospitals in Detroit wollen erstmals Moleküle gefunden haben, mit denen sich messen lässt, wie stark die Knorpel durch die Krankheit geschädigt wurden. Die Wissenschaftler erklärten, mit den neuen Erkenntnissen könne man künftig Arthrose schneller erkennen und besser behandeln. Bei den Molekülen handelt es sich um Eiweiße aus dem Zellkern. Sie waren den Forschern im Blut von Patienten aufgefallen, die wegen Knorpelschäden behandelt wurden.
Es sieht aus wie ein Abschied auf Raten: Erst trat der kubanische Machthaber Fidel Castro von der Regierung zurück, jetzt legt er seine Memoiren vor. In immerhin zwei Bänden erzählt der 85-Jährige in einem langen Interview aus seinem Leben und zwar von seiner Kindheit bis zu seinem Sieg über den kubanischen Diktator Batista im Jahr 1958. Man kann wohl davon ausgehen, dass weitere Bücher folgen. Fidel Castro selbst erklärte, er wolle alles, woran er sich gut erinnere, teilen.